Nassermann "Record Now" - Mediale Inszenierungen für alle Sinne in der Galerie Stephan Stumpf

 

24.02.2010
Überdimensionale blauschimmernde Baby-Heuschrecken. Knisternde Vorhänge aus VHS-Bänder-Salat. Ein Lichtsturm, geformt von LEDs erhellt das dunkle Universum. Nassermann, Künstler maghrebinischer Herkunft, macht die Welt der Video- und Fotokunst erlebbar. Und verbindet sie mit althergebrachten Medien. Er kombiniert digitale und analoge Technik, lässt auch mal eine alte Leica erzählen und freischwebende Lautsprecher flüstern. Bei der Fahrt mit dem Oldtimer über Land taucht Romy Schneider am Horizont auf – in Nassermanns Werken zerfließen die Grenzen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
 

© Nassermann

Vom 4. März bis 10. April 2010 verwandelt er die drei Ebenen der Münchner Galerie Stephan Stumpf in ein Experimentierlabor für Medienkunst. Nassermann, der erst Innenarchitektur studierte und danach mehrere Jahre in diesem Beruf arbeitete, erschafft Arbeiten eigens für die Räume der 120 Quadratmeter großen Galerie. Live-Video-Performances, Sound-Installationen oder auf Acrylplatten projizierte Fotocollagen mit 3D-Effekt sind Botschafter seiner Erfahrungen, aber auch der Erfahrungen anderer.

Die vergangenen sieben Jahre lebte der 1976 in Casablanca geborene Künstler in München. An der Münchner Akademie für Bildende Künste studierte er Neue Medien; zudem studierte er an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe bei Peter Sloterdijk. Für diesen Philosophen schwärmt Nassermann ebenso wie für den Schriftsteller Jules Verne. Seine Passion für dessen Science-Fiction-Welten spiegeln Nassermanns Unterwasser-Videos wider: Er zeigt Badenixen und deren fließende Bewegungen. Und auch er selbst inszeniert sich, vom Nass umspült. Der Medienkünstler lässt verschiedene Filme überlappen und schafft so, je nach Standort des Betrachters, individuelle Sichtweisen und Erlebnisse.
Nassermanns Spiel mit Technologien, Farben, Perspektiven macht die Vielfalt der Gefühle transparent, die das Leben ausmachen: Liebe und Freude am Dasein, die Sehnsüchte des Menschen, aber auch Furcht und Einsamkeit. Und damit die verschiedenen Gesichter des Lebens selbst – einer Melange aus Licht und Schatten.



                          ©
Nassermann

 

Galerie Stephan Stumpf, München

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